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WERKSTATT
Lehmbau: Backofen & afrikanisches Haus
mit Bernhard Gruber
20. – 23. Juli
Wir bauen einen Brotbackofen
Seit Urzeiten versucht der Mensch sich das Feuer nutzbar zu machen, es
geht primär nicht nur darum die Wärmequelle zu entfachen,
sondern auch Energie zu sparen und zu speichern. Ein sehr schönes
Beispiel dafür ist der Kachelofen, der die Abwärme des Feuers
speichert und langsam an den Wohnraum abgibt und so für ein
behagliches Wohnklima sorgt. Dieses System versuchen wir mit einem
einfachen und sehr praktischen Brotbackofen aus Lehm zu
veranschaulichen. Der Ofen kann mehrfach verwendet werden, mit der kurz
anhaltenden Hitze am Anfang kann man Pizzen backen, anschließend
schiebt man Brot ein, welches eine lang anhaltende, kontinuierliche
Wärme braucht. Die Restwärme nützt man noch zum Trocknen
von Früchten.
Einen solchen Lehmbackofen kann man verschieden bauen, mit einem
Geflecht aus Weiden, das mit einem Lehm-Sand-Stroh-Gemisch
überzogen wird. Einfacher hingegen ist es eine Form aus feinem
Sand, welche nach Fertigstellung zerstört wird, mit einem
Lehm-Sand-Stroh-Gemisch zu überziehen. Für eine optimale
Wärmespeicherung braucht man eine Wandstärke von 20 cm. Je
nach Witterung kann man schon einen Tag später den Sand vorsichtig
aus dem Ofen räumen. Der Ofen schrumpft, da er die Feuchtigkeit
verliert. Ist der Ofen leer, heizt man ihn leicht vor, schön
langsam mit kleiner Flamme. Dieses Vorheizen kann man mehrmals
wiederholen, nach ein paar Tagen ist der Ofen gebrauchsfertig.
Interkultureller Brückenschlag
In einem gemeinsamen Workshop entsteht nach dem Vorbild der Behausung
der Dinka, einem der größten Stämme der Oberen
Nilregion im Südsudan, ein einfacher Rundbau. Bei der
Sommerakademie im vergangenen Jahr wurde das Haus schon fast vollendet
und soll heuer fertig gemauert, eingedeckt und bemalt werden.
Das
einfache Haus wird wie im Südsudan aus natürlichen Baustoffen
der nahen Umgebung hergestellt. Ein Grundgerüst aus rohen,
unbearbeiteten Holzstangen wird mit einem Gemisch aus Lehm - Sand -
Stroh von innen nach außen verschmiert. Die einfache
Dachkonstruktion wird mit Strohbündeln eingedeckt. Das
Eingangsportal wird mit Kohlenstaub und Kalk bemalt. Diese
traditionelle Bauform ist noch heute am weißen Nil zu finden.
Durch Rücksiedelungsaktionen im
Bürgerkriegsland Sudan werden jetzt nach über 25 Jahren
Bürgerkrieg die alten Dörfer von ihren Bewohnern mit
einfachsten Mitteln neu aufgebaut. Der Permakultur-Designer Bernhard
Gruber begleitete im Zeitraum Jänner/Feber 09 die
Projektreise des Vereins MiakWadang nach Khartoum, Melut und
ins Dorf Nyeyok. Ziel der Projektreise war es, auf das Geschick der
Menschen einzugehen und mit einfach möglichen Mitteln eine
nachhaltige Verbesserung der Ernährungs- und Lebenssituation der
Menschen in der Oberen Nilregion zu gewährleisten.
Dieser Bauworkshop soll ein Brückenschlag von der Nordhalbkugel
zur Südhalbkugel und auch von der blauen Donau zum weißen
Nil sein und auf die Situation dieser Menschen aufmerksam machen. - Ein
Land in dem die Unterschiede zwischen Arm und Reich nicht
größer sein könnten. - Ein Land wo Straßen von
Erdölfeld zu Erdölfeld und nicht von Dorf zu Dorf errichtet
werden. - Ein Land wo Schule unter Bäumen abgehalten wird. - Ein
Land wo politische Gegner über Nacht verschwinden. - Ein Land in
welchem man für seinen Glauben verfolgt wird.
Zeiten: Di 15 – 18 Uhr, Mi und Do 10 – 13 und 15 – 18 Uhr, Fr 10 – 13 Uhr
Di 21. Juli: Kinder (ab 7 Jahre) können beim Lehmbau mitarbeiten
BERNHARD GRUBER
aus Neuhofen an der Krems, aufgewachsen auf der Kleinstlandwirtschaft
der Eltern in Wels, welche seit Anfang der 1990er Jahre nach den
Prinzipien der Permakultur bewirtschaftet wird. Nach allgemeiner
Schulpflicht, Ausbildung an der Fachschule für Getreidewirtschaft
(1986 bis 1989) zum Lebensmitteltechnologen, im Anschluss technische
Ausbildung (1989 bis 1993) und nebenbei Abendschule für
Werbedesign (1991 bis 1993). Seither tätig als Konstrukteur,
Planer und Werbedesigner. Juli 2005 Internationales Permakultur
Zertifikat.

Das Dinkahaus an der Donau wird heuer fertig
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