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WERKSTATT
Drechseln • Erlebnis Rotation
mit Paul Stemberger
20. – 22. Juli
Drechseln, als gleichermaßen technisches wie meditatives Mittel
die Drehung eines Körpers um eine Achse zu erleben und besser zu
verstehen, ist Inhalt dieses kommunikationsreichen Seminars. Gemeinsam
wird erörtert und in rotationssymmetrische Werkstücke
umgesetzt, was und wie aus Holz mit einer uralten und im Grunde
„primitiven“ Bearbeitungstechnik mit heutigen Mitteln alles
entstehen kann – und man wird staunen!
Zeiten: 10 – 13 und 15 – 18 Uhr
Maximale TeilnehmerInnenzahl: 4
Möglicher weiterer Termin: 16. – 18. Juli
Vorwort Da hat einer doch
tatsächlich den Mut gehabt mit SLOW WORK dem Konzept
Sommerakademie einen neuen und ganz wesentlichen Hauptaspekt zu geben:
Einen zeitlichen und ideologischen Rahmen, der es erlauben wird, die
vielseitigen und interessanten Schwerpunkte der gesamten Veranstaltung
in einem befruchtenden Zusammenspiel abzuhalten, die Nase auch bei den
Nachbarn reinzustrecken, sich intensiv mit dem eigentlichen Kursus
auseinanderzusetzen, intensiv Kaffee zu trinken, oder Wasser, sich
intensiv zu unterhalten, oder bei entsprechendem Befinden eben auch
extensiv. – Sehr Sympathisch!!! Danke Gottfried!
Über den Kurs(beg)leiter / PAUL STEMBERGER / michSchön, dass Sie sich für unsere Veranstaltung interessieren und hier lesen. Ich stelle mich also kurz vor… Als freischaffender
Künstler lebe ich seit gut vier Jahren in Yspertal im südlichen
Waldviertel. Schon beinahe zwanzig Jahre ist es her, dass meine
hölzerne Karriere ihren Anfang nahm. Aus dem anfänglichen
Hobby – Schmuck aus heimischem Holz – wurde schnell eine
ausgewachsene Leidenschaft. Mit der Teilname an
Kunsthandwerksmärkten und Ausstellungen, unter anderem am
Spittelberg, Heiligenkreuzerhof, Karlsplatz, auf Schloß
Grafenegg, Schloß Weitra, usw., usw., wurde aus der Leidenschaft
ein Nebenberuf, und schließlich ein Beruf. Vor gut zehn Jahren
gesellte sich zur Herstellung von Schmuck dann auch die Drechslerei als
eine fantastische Möglichkeit, die verschiedensten Charaktere
unserer wundervollen heimischen Hölzer in Einklang mit Form und
bei Bedarf auch mit Funktion zu bringen.
Mit dem Umzug auf´s Land eröffnete sich dann auch noch
die lang herbeigesehnte Möglichkeit, meine nach Jahren intensiver
Auseinandersetzung mit der Materie angesammelten Fähigkeiten
weiterzugeben. Das Abhalten zahlreicher Kurse in meinem hauseigenen
Atelier in den letzten beiden Jahren, bei denen sich viele der
Teilnehmer als „Wiederholungstäter“ zu weiteren Kursen
anmeldeten, oder sich der Kontakt sonst wie hielt, konnte ich auch
dahingehend reichlich Erfahrung sammeln. Also ich freue mich schon auf gelungene Tage in Aschach!
Warum „Erlebnis Rotation, warum nicht einfach „Drechselkurs“?Eine Erläuterung des Titels für Interessierte
Meine bisherigen Kurse beschränkten sich weitgehend auf die
Technik des Drechselns, die Maschinen-, Werkzeug- und Materialkunde.
Bei einem Zweitage-Kurs ist das auch durchaus sinnvoll. Nun
bietet sich mir und wenn sie möchten uns dank der Initiative
meines langjährigen Ausstellungskollegen Gottfried Schmuck in
Aschach die Gelegenheit, mit mehr Zeit und Muße tiefer in den
bestehenden Bezug zwischen Technik, Kunst und Philosophie einzutauchen.
Auch soll den verborgenen metaphorischen und physischen Parallelen
zwischen diesem rotationssymmetrischen Zerspanungsverfahren und den
technischen sowie geistigen Belangen unseres alltäglichen Lebens
Beachtung zukommen.
Zu den Fakten von „Erlebnis Rotation“…
…denn auch die soll es geben! – zumindest einen Vorschlag für unseren „spannenden“ Plan
Theoretischer Inhalt:
• Maschinen und Werkzeugkunde
• Materialien zum drechseln / Phänomen Schwindung
• Spanntechnik
• Geeignete Schleifmittel
• Sinn und Unsinn diverser Oberflächenbehandlungen
Meine Aufgabe wird es sein, immer mit allen Sinnen zu erkennen, wer
welche Art von Hilfe, Unterstützung oder Rat braucht, aber auch
– und das ist eben so wesentlich für unser Gelingen –
wer nicht, wer also gerade in sein Element vertieft ist und nichts als
die nötige Ruhe braucht
1.Tag
Vormittag:
Man lernt einander und auch die Maschinen kennen, bietet einander das
Du-Wort an usw. Ich plaudere über die Möglichkeiten des
Drechselns, die sich zu verletzen und die, es zu vermeiden (das
Verletzen, nicht das Drechseln). Wir setzen uns zusammen und
besprechen, wer Anfänger ist und wer erfahren, wer in diesem Kurs
was erreichen will, vielleicht auch warum, auch was für jeden
einzelnen jeweils ein sinnvoll gewähltes erstes Stück sein
könnte. Ich demonstriere und Ihr bekommt Gusto zu drechseln.
Jede(r) an seiner/Ihrer Maschine, erfolgen die ersten Schritte und
Schnitte. Dein erstes Stück entsteht. Und wer Lust hat legt noch
eines drauf. Nachmittag: Zwischen Maschine und Pause wechselnd, wollen wir ein Schrittchen
weiter gehen – SLOW WORK eben! Welches Drechseleisen ist zu
wählen, in Welchem Winkel und mit welchem Druck kommt es an das
Werkstück,… Von den ersten Erfahrungen gestärkt,
manifestiert sich langsam aber zusehends das Gefühl für den
richtigen Schnitt im rotierenden Holz. Auch bedächtiges Arbeiten
macht hungrig…
2.Tag
Vormittag:
Vielleicht geschwächt von einem langen Abend, sicherlich aber
bestärkt von den Erfolgen des vorigen Tages und vom
Frühstück gelingt es nun zunehmend, die Kurve des eigenen
Schnittes zu genießen und Form zu geben. Die jedem ureigenen
Fähigkeit zu gestalten ent-wickelt sich an der Drechselbank
rasant. Mahlzeit!
Nachmittag: In diesem
Stil geht es weiter: Wer ein Stück fertig gestellt oder vernudelt
hat, plant mit die nächste Herausforderung, sammelt, wie auch
immer, Kraft und Ruhe und packt es wieder an. Pausen sind wichtig,
besonders bei einer Tätigkeit, die so viel Konzentration erfordert.
3.Tag
Vormittag:
Ein ganzer Tag, für das finale Stück! Heute werden wir uns in
aller Ruhe selbst übertreffen. Es geht um die richtige
Einschätzung des eigenen Könnens und die ausgewogene
Verbindung mit dem Wollen. Soll die Krönung ganz aus eigener Hand
stammen, oder wird sie ein Spiegel unserer Zusammenarbeit werden? Die
Entscheidung liegt bei Dir. – Und schon schnurren wieder die
Motore. Im Arbeitseifer übersehen alle bis auf mich, dass
Essenszeit ist. Trotz allgemein fortgeschrittenen drechslerischen
Könnens, ist meine Anwesenheit also immer noch sinnvoll.
Nachmittag:
Nun ist es so weit, die Prachtstücke werden, eines nach dem
anderen fertig. Stolz macht sich breit. Zwar müssten die Exponate
noch eingelassen werden, doch da knallen auch schon die ersten
Sektkorken. Noch während der letzten Fertigstellungsarbeiten, in
einer Mischung aus großer Zufriedenheit über das Vollbrachte
und tiefer Trauer über das Ende des Kurses, löst sich der
letzte Rest einer eigentlich nie da gewesenen Spannung. Ausgelassener
als je zuvor wird da geplaudert, diskutiert und gefeiert. Der Abend
bricht herein, Alkohol und Autan fließen in Strömen, doch
die Nacht ist noch jung. Autofahren werde ich heute dann wohl nicht
mehr. Feierabend heißt den Abend feiern und das kann dauern.
Teilnahmegebühr (inklusive Material): 250,– €/190,– € (ermäßigt)
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